{"id":1630,"date":"2018-03-15T21:49:20","date_gmt":"2018-03-15T20:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.torstenfell.com\/academy\/?p=1630"},"modified":"2018-04-07T16:14:56","modified_gmt":"2018-04-07T14:14:56","slug":"brauchen-wir-heute-in-einer-arbeitswelt-4-0-ueberhaupt-ein-lms-oder-eine-eigene-lernwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.torstenfell.com\/academy\/brauchen-wir-heute-in-einer-arbeitswelt-4-0-ueberhaupt-ein-lms-oder-eine-eigene-lernwelt\/","title":{"rendered":"Brauchen wir heute in einer Arbeitswelt 4.0 \u00fcberhaupt ein LMS oder eine eigene Lernwelt?"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten des Wandels u.a. ausgel\u00f6st durch den Treiber \u201eDigitale Transformation\u201c im Business, wird im Umfeld des Corporate Learning immer h\u00e4ufiger Frameworks wie 70:20:10 oder Workplace Learning angesehen und diskutiert. Dabei r\u00fcckt hier ein Punkt immer wieder in den Fokus der Diskussionen \u2013 ob Lernen=Arbeiten ist oder Arbeiten=Lernen ist.<\/p>\n<p>Wenn dies so ist, wieso sprechen wir immer noch von einer \u201eLernwelt\u201c oder von einem \u201eLearning Management System (LMS)\u201c das diese abbildet?<\/p>\n<p>Wenn immer mehr die kontextorientierte Unterst\u00fctzung der Arbeitsprozesse (Performance Support) oder die Arbeitsplatznahe Prozesse in den Mittelpunkt r\u00fccken, m\u00fcssten wir doch von einer modernen Arbeitswelt sprechen, die eine Lernwelt komplett integriert hat. Eben eine Arbeitswelt 4.0 &#8211; wenn ich hier weiter von einer Lernwelt spreche, suggeriere ich eher eine \u201egetrennte\u201c Welt die bestenfalls wenn, mit der Arbeitswelt verzahnt ist. Aber Lernen muss als integraler Bestandteil im Arbeitsprozess gedacht und umgesetzt werden. Der Zugang muss mit modernen M\u00f6glichkeiten wie QR-Code, iBeacons, VR-Brillen, AR-Apps auf Smartphone\u2019s oder intelligente digitale Assistenten erfolgen. Die Technologien sind verf\u00fcgbar und erlauben einen kontextsensitiven Zugang der Lerninhalte, die zum aktuellen Arbeitsprozess und -situation passen. Die zielgerichtet unterst\u00fctzen und den Mitarbeitenden beim Umsetzen helfen. Oder L\u00f6sungen die es erlauben \u00fcber eine Frage die passende Antwort zu bekommen \u2013 die auf das kollektiven Wissen des Unternehmens und dessen Mitarbeitenden basiert. Oder Wissen, das zu mir kommt, weil wir \u00fcber Big Data wissen, was den Mitarbeiter interessiert, was er nutzt, was Andere nutzen usw.. Oder in einem Self Advisory-Tool \u00fcber 6 Fragen die passenden Angebote zur Verf\u00fcgung gestellt bekommt. Oder er im Videoportal Best Practice von anderen Mitarbeitern ansehen kann und diese dann f\u00fcr sich nutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>\u00a0\u201eWissen kommt zu mir\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der Arbeitsprozess wird so effizient und effektiver. Ich selber bekomme die unterst\u00fctzende Inhalte direkt dort zur Verf\u00fcgung gestellt, in dem ich handlungsorientiert das Umsetzten, also ins TUN komme. Der Mitarbeiter nimmt dies nicht als \u201eLernen\u201c sondern als Hilfestellung und eine aktive und intelligente Unterst\u00fctzung wahr. F\u00fcr Unternehmen bedeutet dies \u201eEmpower Employees\u201c, die selbstst\u00e4ndig ihre Aufgaben l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aus dieser Fragestellung k\u00f6nnte man auch ableiten, ob dann noch eine LMS n\u00f6tig ist bzw. welche Funktionen diese in einer agilen digitalen intelligenten Welt, die sich im st\u00e4ndigen Wandel befindet, notwendig wird und ist. Die Business Welt denkt in Ecosystemen, die aktiv Kooperationspartner, Zulieferer und die Kunden in bisher internen Prozessen einbindet und integriert. Auch hier muss \u00fcbrigens eine aktive Unterst\u00fctzung aller Beteiligten im Arbeitsprozessen stattfinden. Ob in Support-, in Produktentwicklungs- oder Serviceprozessen muss Content direkt aufgerufen werden k\u00f6nnen. Auch alle Vertriebsprozesse m\u00fcssen durch Content unterst\u00fctzt werden. Dies erfolgt in einem modernen Corporate Learning Ansatz in kleinen Lerneinheiten (Learning Nuggets), die im Moment sehr stark \u00fcber die Methode Video-Learning realisiert werden. Immer mehr Unternehmen erg\u00e4nzen dies mit Quizfragen, mit einfachen Gamifikation-Ans\u00e4tze oder bilden Communities (Social Learning) zum Austausch und Vernetzung der Mitarbeitenden. Diese Funktionen k\u00f6nnen nat\u00fcrlich zunehmend auch \u00fcber \u201eklassische\u201c Intranet-L\u00f6sungen abgebildet werden. Das intelligente und notwendige Tracking ist heute auch bei solchen L\u00f6sungen kein Problem mehr und in Deutschland meist ja durch den Betriebsrat sowieso schwierig oder sogar unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ob dies alles in einer getrennten Lernwelt, liegen und abgebildet werden muss \u2013 sehe ich \u00fcberhaupt nicht. Insbesondere wenn der Begriff \u201eLernen\u201c meist negativ besetzt und gepr\u00e4gt ist und wurde. Wenn, dann soll mir der Content helfen meine Arbeitswelt zu verstehen und zu bew\u00e4ltigen. Es hilft mir meine Aufgabe zu l\u00f6sen und umzusetzen. Seminare die vor 5 Wochen waren helfen hier auch nicht weiter. Vorgesetzte die sich f\u00fcr mich nicht wirklich interessieren und meine Talente nicht erkennen auch nicht.<\/p>\n<p>Mir ist auch wichtig, dass Lernen ein individueller Prozess ist und nicht f\u00fcr eine Zielgruppe gleich sein kann. Diese Gleichmacherei hat meist zur Folge, dass Talente und die individuellen St\u00e4rken der Menschen in den Hintergrund r\u00fccken. Wir kennen ja bereits aus den Schulen und Hochschulen diese Effekte. Die individuellen St\u00e4rken sind heute in einer immer mehr komplexer werdenden Welt aber ein entscheidender Wettbewerbsvorteil f\u00fcr Unternehmen. Neben dem, spielt die Vernetzung und die gelebten Werte in der Organisation ein Erfolgsfaktor. Fehlerkultur, hohe Selbstverantwortung, Agilit\u00e4t und die gezielte Nutzung von Freiheitsgrade um Innovation voranzutreiben m\u00fcssen jeden Tag (vor)gelebt und umgesetzt werden k\u00f6nnen. Der Umgang mit dem Wandel, das Begleiten der Ver\u00e4nderung und das Reflektieren sind aus meiner Erfahrung hier Kernthemen. Kompetenz- und Skillmanagement ist somit nach meiner Meinung nur bedingt erstrebenswert. Dies passiert meist aus Kontroll-\/Macht-Sichtweisen. Hiermit kann man Macht und Kontrolle in der Organisation aus\u00fcben. Ist dies erstrebenswert und notwendig? Welche Werte werden hierbei gef\u00f6rdert \u2013 wir m\u00fcssen sicherstellen das&#8230; Ich muss nachweisen&#8230; ich vertraue dir nicht wenn du nicht &#8230; usw.. Was bringt dies der Organisation wirklich? Macht die intensive Pflege von Kompetenz- und Skillprofilen jedes Jahr und die dazu aufgewendeteten Ressourcen wirklich Sinn? Insbesondere mit dem Wissen, dass in einer agilen Welt jeden Moment neue Herausforderungen auftauchen und die Organisation auf diese reagieren muss. Eine Frage die f\u00fcr Sie interessant sein k\u00f6nnte, w\u00e4re kennen Sie eigentlich Ihre \u201ewirklichen\u201c Schl\u00fcsselpersonen in der Organisation? Wenn ja alle die gleichen Kompetenzen haben \u2013 nat\u00fcrlich werden Sie sagen Herr\/Frau sowieso hat ja eine andere Auspr\u00e4gung wie alle anderen, vergessen Sie\u2019s. Es gibt aber nat\u00fcrlich M\u00f6glichkeiten dies wirklich rauszufinden. Aber diese technologischen M\u00f6glichkeiten, die auf dem kollektiven Wissen der Organisation basieren und mit K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) arbeitet, kennt fast niemand.<\/p>\n<p>In einer sich st\u00e4ndig \u00e4nderten Welt spielen wenige \u201eKernkompetenzen\u201c aus meiner Sicht eine wichtige Rolle. Klar ist, es m\u00fcssen die oben genannten Kernthemen abgedeckt, beherrscht und angewendet werden k\u00f6nnen. Hier sind nach meiner Meinung noch einmal im Lernumfeld hervorzuheben &#8211; die Selbstlern-Kompetenz inkl. Reflexionsf\u00e4higkeit, ein positiv kritischer Digital Mindset und eine klar ausgepr\u00e4gte digitale Kompetenz zu nennen. Kreative Methoden wie agile Verfahren, Design Thinking \u2013 Prozesse inkl. Prototyping, die eine klar auf den Kunden abgepr\u00e4gte Sichtweise f\u00f6rdern muss sichergestellt werden. In der Selbstverantwortung muss das Thema Unternehmertum enthalten sein. Silicon Valley ist u.a. aus diesem Grund sehr erfolgreich, L\u00f6sungen die auf den Kundenbed\u00fcrfnisse ausgepr\u00e4gte sind zu generieren oder sogar neue Kundenbed\u00fcrfnisse zu definieren und L\u00f6sungen zu schaffen. Die alle aufgef\u00fchrten Kernthemen werden nach meiner Einsch\u00e4tzung nur zu einem Bruchteil durch Schule und Hochschule vermittelt. Auch Transversale Sichtweisen werden nur bedingt gef\u00f6rdert und eingefordert. Das Ergebnis eines Querdenkens ist meist nicht wirklich gewollt und wenn vorhanden f\u00fcr viele Organisation eher eine Herausforderung und Belastung.<\/p>\n<p>Wenn all diese Punkte in ihrer Organisation im Moment diskutiert werden, stellt sich also die Frage ben\u00f6tige ich eine Lernwelt mit einem LMS und muss ich von einer Lernwelt sprechen &#8211; wenn ja, wie sieht der Mitarbeiter dies bzw. der im Idealfall gar nicht merkt, dass er Lernt &#8211; so wie nach der 70:20:10 Formel in den Informellen Prozessen der 70 und den kooperativen 20 &#8211; das ja heute bereits der Fall ist. Diese Sichtweise wird aber nach meiner Einsch\u00e4tzung ungen\u00fcgend und unzureichend gezielt gef\u00f6rdert oder mit gezielten Massnahmen unterst\u00fctzt. Hier ist mir wichtig, dass es mir nicht um eine Formalisierung der bestehenden informellen Prozesse geht, sondern eine moderne Unterst\u00fctzung durch Technologie die einen effizienten Zugang und Aufruf der Lerninhalte heute erm\u00f6glicht und gezielt die oben genannten Kernthemen unterst\u00fctzt und f\u00f6rdert. Gleichzeitig hier entstehende Nutzungsverhalten und Daten f\u00fcr eine individuelle Kontextunterst\u00fctzung herangezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir ben\u00f6tigen eine neue Gesellschaft in der die Mitmenschen Lust und Freude am Wandel, am Neuen besitzen und die Chancen erkennen und diese f\u00fcr die Gesellschaft nachhaltig und wertig mit Leben f\u00fcllen und somit jeder dazu beitr\u00e4gt die Welt ein wenig besser zu machen.<\/p>\n<p>Ich rufe hiermit alle auf, dies einzufordern und selber Beispiele umzusetzen und vorzuleben und so eine Umgebung zu generieren, die es jedem Erlaubt seine Talente einzubringen und einen aktiven Beitrag leisten zu k\u00f6nnen und zu dr\u00fcfen. Sie alle sitzen hier an entscheidenden Schnittstellen in den Organisation, viel Verantwortung und viele Chance aktiv mitzugestalten und dies wollen Sie ja auch \u2013 TUN Sie es jetzt. Warten Sie nicht \u2013 sehen Sie die M\u00f6glichkeiten und nutzen Sie moderne Technologien und schaffen Sie Werte in Ihren Unternehmen. Entwickeln Sie so eine neue Kultur. Denken Sie nicht in getrennten Welten, sondern aus Mitarbeitersicht. Dann wird sich auch Ihr Management freuen \u2013 denn Sie machen damit Ihre Organisation erfolgreicher und generieren interessierte und motivierte Mitarbeitenden.<\/p>\n<p>Ich bin gespannt was dies paar Zeilen bei Ihnen ausl\u00f6st. Gerne k\u00f6nnen Sie Fragen in Twitter mit dem hashtag #asktorsten stellen oder in die untenstehende Kommentare verwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten des Wandels u.a. ausgel\u00f6st durch den Treiber \u201eDigitale Transformation\u201c im Business, wird im Umfeld des Corporate Learning immer h\u00e4ufiger Frameworks wie 70:20:10 oder Workplace Learning angesehen und diskutiert. 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